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EQ Test: Canon DSRL vs. Lumix Kompaktkamera …unterwegs im Automatikmodus

Kamera Vergleich

Sofern man nicht speziell zum Fotografieren unterwegs ist, machen gerade im Sportbereich Schnappschüsse den Großteil der Aufnahmen aus. Hierbei greift man sehr gerne auf Automatikfunktionen bzw. spezielle Szenenmodis der Kamera zurück. Für gewöhnlich steht ein vollautomatisches Setting zur Verfügung und zusätzlich vordefinierte Settings für Landschaften, Nahaufnahmen und letztendlich für schnell bewegende Objekte, wie etwa beim Sport oder beim Fotografieren von Tieren.

Lohnt sich fĂĽr diesen Einsatzzweck die Anschaffung einer DSLR (Digitale Spiegel Reflex) oder reichen hier Kompaktkameras völlig aus? Kann man mit einer DSLR im “Schnappschussbereich” mehr Qualität raus holen? Sind Unterschiede ĂĽberhaupt bemerkbar? Wie gut sind kompakte Kameras der Oberklasse im Vergleich zu kostengĂĽnstigeren Modellen? Kann man bei “Couch Fotosessions” am TV oder Laptop Unterschiede von DSLR Aufnahmen zu gewöhnlichen Kompakt-Aufnahmen feststellen? Genau mit diesen Fragen setzt sich dieser Bericht auseinander.

Testumgebung

Aus der DSLR Mannschaft geht die Canon EOS-450 mit dem Kit Objektiv ESF18-55 an den Start. Die Oberklasse markiert die aktuell mit am besten getestete Kompaktkamera Panasonic Lumix TZ10. Als Schlusslicht dient das Modell Panasonic Lumix TS1, die sich übrigens im Outdoorbereich sehr wohl fühlt, da sie stoß- und wasserfest ist. Alle Aufnahmen wurden innerhalb eines Zeitfensters von 2-3 Minuten erstellt um große Unterschiede bei Lichtverhältnissen zu vermeiden. Daneben wurden alle Aufnahmen von der gleichen Position auf einem Stativ getätigt. Genutzt wurden ausschließlich die verschiedenen Automatikprogramme der Kameramodelle. Durch verschiedene Objektive der Kameras ist der Bildauschnitt nicht immer der gleiche. Die Bilder wurden so zugeschnitten das sie vom Motiv her vergleichbar sind.

Die Ergebnisse wurden objektiv und ohne jegliche Hilfsmittel wie Histogramme o. ä. bewertet. Einzelne Beurteilungen, wie z.B. zur Farbintensität, liegen im Auge des Betrachters.

Testszenario 1 -Vollautomatik-

Kameravergleich

Einstellungen: Alle Kameras wurde auf Vollautomatik gestellt, wobei sich die Panasonic Geräte für den Landscape Modus entschieden haben. Die EOS verrichtete ihre Arbeit im Normal Modus.

Beurteilung: Leider kann man bei teilweise bewölktem Himmel keine gleichmäßige Belichtung garantieren. Die Farben der DSLR Aufnahme wirken blass und die Bäume im Hintergrund sehr verwaschen, sie bildet auch das Schlusslicht im Test. Das TS1 Bild ist im Vergleich zur TZ10 besser beleuchtet, die Bikes wirken hierbei farbintensiver. Der Himmel hat bei beidem Kameras die gleiche schöne Blau. Im Hintergrund ist zu bemerken, dass die Bäume bei der TS1 verwaschener dargestellt werden als bei der TZ 10. Bei gleicher Beleuchtung ist von gleicher oder höher wertiger Farbwiedergabe der TZ10 zu rechnen.

Fazit: Die DSLR schneidet in diesem Testszenario am schlechtesten ab. Die TS1 mischt die Farben am besten ab, wobei die TZ10 schärfer zeichnet. Gleiche Belichtungsbedingungen können nicht garantiert werden, weswegen eine klare Aussage bez. Farbwiedergabe von TS1 und TZ10 in diesem Testszenation schwierig ist.

Details: TS1(ISO80,F3.30,S1/500), TZ10(ISO125,F4.00,S1/320), EOS(ISO200,F9.93,S1/256s)

Testszenario 2 -Landscape Modus-

Kameravergleich

Einstellungen: Alle Kameras wurden auf den Landscape Modus eingestellt.

Beurteilung: Die EOS belichtet in diesem Bild zu hoch, desw. erscheinen die Farben etwas blass. Wobei trotz etwas höherer Belichtung die Bäume auf der linken Seite nicht besser dargestellt werden als bei den anderen Kandidaten (Tipp: Im Zweifelsfall eher unterbelichten, da hier am PC noch nachjustiert werden kann). Das TS1 Bild wirkt farblich sehr kraftvoll. Die TZ10 macht bez. der Schärfe das Rennen – der Feldweg malt gegenĂĽber der “Konkurrenz” die besten Konturen.

Fazit: Die teuerste Kamera im Testumfeld macht den schlechtesten Eindruck. Zu hell belichtet, Konturen teilweise unscharf. Die TZ10 zeichnet das schärfste Bild, wobei die TS1 in der Schärfe etwas nachlässt aber farblich kräftiger ist.

Details: TS1(ISO80,F10.30,S1/200), TZ10(ISO80,F5.60,S1/500), EOS(ISO100,F10.00,S1/250)

Testszenario 3 -Sport Modus-

Kameravergleich

Einstellungen: Alle Kameras wurden auf den Sportmodus eingestellt

Beurteilung: Leader auch hier ganz klar die TZ10 – sie zeigt das klarste Bild, auch der Hund wird im Vergleich zu den anderen Modellen viel schärfer gezeichnet. Die TS1 bildet mit einem starken Bildrauschen das Schlusslicht. Die EOS450 arbeitete im “Action-Programm” lediglich mit einer Verschlusszeit von 1/400, was die qualitativ relativ schlechte Zeichnung des Hundes erklärt. Bei möglichen Verschlusszeiten bis 1/4000 und guten Ergebnissen bei höheren ISO Werten fĂĽr mich unverständlich. Im manuellen Modus kann man bei der DSLR hier einiges mehr an Qualität erziehlen (was fĂĽr alle Testszenarien gilt).

Fazit: Auch hier ĂĽberzeugt die EOS 450 nicht. Die TS1 bildet das Schlusslicht wobei die TZ10 das Feld klar anfĂĽhrt.

Details: TS1(ISO200,F3.30,S1/500), TZ10(ISO250,F3.30,S1/500), EOS(ISO400,F5.00,S1/400)

Testszenario 4 -Nahaufnahme mit Blitz-

Kameravergleich

Einstellungen: Nahaufnahmen + Blitz

Beurteilung: EOS450 und TZ10 liegen in der Qualität vorne, das Bild ist klarer und schärfer. Im Nahaufnahmen Modus wird deutlich wie stark die EOS hier mit ihren Möglichkeiten bez. den Blendenwerten spielt – das ist mit einer Lumix nicht möglich. Wer Ergebnisse wie beim TZ10 Modell sehen möchte, muss mit dam AV Modus (Zeitautomatik) arbeiten, dann kann der Kaktus von vorne bis hinten scharf gezeichnet werden.

Fazit: Zu geringe Blendenwerte der EOS zeichnen die hinteren Bereiche bereits verschwommen. Dies kann bei entsprechenden Motiven jedoch auch gewollt sein, ansonsten muss hier auf den mauellen Modus geschaltet werden. Von der Qualität her führt sie das Feld an. Die TZ10 macht einen sehr guten Eindruck wobei die TS1 mit geringem Abstand das Schlusslicht bildet.

Details: TS1(ISO100,F3.30,S1/30), TZ10(ISO100,F3.30,S1/30), EOS(ISO400,F4,00,S1/60)

Testszenario 5 -Landschaft Abendlichtaufnahme-

Kameravergleich

Einstellungen: Alle Kameras arbeiten im Landscape Szenenmodus

Beurteilung: Bei der TS1 wird bei schwierigen Lichtverhältnissen starkes Bildrauschen sichtbar. Wobei das Bild dennoch eine bessere Qualität als das mangelhafte Ergebnis der EOS bietet. Das teuerste Modell im Test belichtet über, wobei in hellen Bereichen Strukturen fast völlig verloren gehen. Die TZ10 zeigt insgesamt ein gutes, ausgewogenes Bild.

Fazit: Auch hier enttäuscht die EOS450 völlig. Das Bild erscheint bereits auf den ersten Blick deutlich schlechter als beide Panasonics. Das kostengĂĽnstigste Modell hat mit der Dämerung zu kämpfen, kann hierbei nicht genĂĽgend Licht sammeln und produziert starkes Rauschen. Die TZ10 ĂĽberzeugt bereits auf den ersten Blick – klares Bild, schöne Farben.

Details: TS1(ISO400,F3.30,S1/30), TZ10(ISO320,F3.30,S1/30), EOS(ISO800,F5,60,S1/25)

Gesamt Fazit

Sehr überraschend wie schlecht die teuerste Kamera im Testumfeld zum Teil abschneidet. Wobei der Fokus beim Erwerb einer DSLR sicher nicht im Automatikmodus liegt, könnte man erwarten auch hier akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Dies ist leider oftmals nicht der Fall.

Mit einer Kompaktkamera um die 300€ ist der Hobbysportler sehr gut beraten und oftmals sogar besser bedient als mit einer DSLR. Neben klaren Vorteilen im Gewicht und der Größe erziehlt man im “Schnappschussbereich” bei den Testkandidaten mir dem kompakten Wunderkind sogar bessere Ergebnisse. Wer das Fotografieren zu einem seiner favourite Hobbys machen möchte, der hat mit einer Spiegel-Refelx den größeren kreativen Spielraum. Mit viel Zeit- und Geduldinvestition können dabei Ergebnisse erziehlt werden, die sich von Kompaktkameras abheben.

Für den qualitätsbewussten Gelegenheitsfotograf reicht eine gute Kompaktkamera meistens völlig aus. Bei Geräten aus der Oberklasse hat man auch hier gewisse Spielräume in Form von manuellen Blenden- und Verschlusszeiten oder selbst definierbaren ISO Settings. Daneben punkten sie gegenüber kostengünstigeren Modellen ebenso mit schnelleren Reaktionszeiten, geringeren Bildrauschen oder Gimmicks wie GPS.

Ich persönlich trenne mich bereits zum zweiten mal von meiner DSLR, da ich viel unterwegs bin und meistens leider keine Zeit fĂĽr längere Fotosessions investieren kann. Der Schnappschussanteil liegt demnach bei ca. 90%, wobei ich beim Umsteigen auf eine “Reisekamera” auch nicht auf gewisse kreative Spielräume verzichen möchte, Stichwort “manuelle Settings”. Daneben sind Qualitätsunerschiede quasi nicht zu erkennen bzw. im Automatikmodus besser als bei einer EOS450. Wer nicht professionell fotografiert und dennoch sehr gute Bilder schieĂźen möchte, dem sei eine TZ10 ans Herz gelegt. Neben guten Bildern macht sie ĂĽbrigens auch HD Filmaufnahmen.

3 Responses to “EQ Test: Canon DSRL vs. Lumix Kompaktkamera …unterwegs im Automatikmodus”

  1. Hi! Schöner Vergleich. In vielen Fällen ist der Unterschied miteiner DSLR wirklich nicht so gewaltig.
    Vor allem macht man sich auch seltener die MĂĽhe, anzuhalten, das Riesenteil aus dem Rucksack zu holen und startklar zu machen.
    Einen ganz krassen Vorteil habe ich aber bei meiner “grossen” gefunden: Im Wald kommt nichts an einen grossen Bildsensor (wie bei DSLRs) ran. Man kann auch noch mit ĂĽber ISO 1000 relativ rauschfreie Bilder machen und kommt so auch im finstern Wald ohne oft nicht wirklich eleganten Kamerablitz aus!

  2. Toller Bericht, danke!! Wird mir weiter helfen bei meiner Entscheidung was es werden soll :)

  3. Danke Dir! Coole Testreihe!
    Ich überlege seit Monaten ob ich meine Bridgekamera durch eine DSLR ablösen soll.
    Nach solchen Tests muß ich mich echt fragen, ob es nicht besser wäre weniger Geld für eine kleine kompakte auszugeben. Die könnte man dann immer bei Touren dabei haben und es entstehen auch keine Folgekosten für Objektiv etc.

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